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Professor Erich Krautz-Preisträger 2014: Thomas Bauer


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In seiner Dissertation mit dem Titel "Nichtlineare dielektrische Spektroskopie zum Nachweis von Kooperativität und Heterogenität in glasbildenden Flüssigkeiten" hat Thomas Bauer dielektrische Experimente bei extrem hohen Spannungen durchgeführt, um nichtlineare Beiträge zur dielektrischen Permittivität am Glasübergang zu bestimmen. Nach theoretischen Vorhersagen erlauben nichtlineare Suszeptibilitäten Aussagen zu kritischen Längenskalen am Glasübergang, die experimentell sonst sehr schwer oder gar nicht zugänglich sind. Es ist Herrn Bauer gelungen, durch höchste Experimentierkunst und Originalität der Messungen nichtlineare dielektrische Experimente mit bisher nicht erreichbarer Präzision durchzuführen. Damit gelang ihm unter anderem der Nachweis des theoretisch vermuteten Zusammenhangs von intermolekularen Korrelationen, d. h. gemeinsame Teilchenbewegung, mit der Viskosität am Glasübergang (siehe Schaubild).

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Abbildung: Mit sinkender Temperatur gibt es immer größere Bereiche (farbig markiert) in der glasbildenden Flüssigkeit, in denen sich die Teilchen gemeinsam bewegen. Dadurch erhöht sich die Viskosität kontinuierlich.

Die zentralen Ergebnisse von Thomas bauers Dissertation führten zu zwei Publikationen in Physical Review Letters, wobei die zweite Arbeit [1] international als essentieller Beitrag zur Physik der Gläser gilt und in einem Viewpoint [2] unter dem Motto "Clearing up the Mysteries of Glassy Dynamics" diskutiert wurde.

[1] Th. Bauer et al., Phys. Rev. Lett. 111, 225702 (2013)
[2] G. Biroli and J.-P. Bouchaud, Physics 6, 128 (2013)