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Der Stifter: Professor Dr. Erich Krautz


Professor Dr. Erich Krautz

Professor Dr. Erich Krautz wurde am 26.10.1906 in Cottbus geboren. Bereits als Dreijähriger zog er mit seinen Eltern nach Neumünster, es folgte Göttingen und der Eintritt in die Volksschule, eine Privatschule in Azuga (Rumänien) und dort auch die Internierung 1916/17. Weiterer Schulbesuch in Spremberg (unweit Cottbus) ab 1917, dann ebenfalls dort Besuch des Gymnasiums und Abitur 1928 „mit Auszeichnung“. Von 1928 bis 1933 studierte Erich Krautz Physik, Mathematik und Chemie an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, zu seinen Lehrern in der Physik zählten Planck, von Laue, Nernst, Schrödinger, Debye, Wehnelt, Hettner, Pringsheim, London und Grotrian. Ein Jahr später schloss er das Staatsexamen für das höhere Lehramt erfolgreich ab, 1937 folgte die Promotion zum „Dr. phil.“; die Dissertation trägt den Titel „Über die dielektrischen Eigenschaften einer Reihe chemisch bestimmter fester Stoffe, insbesondere der wichtigsten Metalloxyde und ihrer Verbindungen, bei Hochfrequenz“. Bis zum Kriegsende war Erich Krautz als Physiker und Laboratoriumsleiter bei OSRAM in Berlin tätig. Er erwarb 1945 den „Dr. phil. habil.“ an der Universität Posen, ein Jahr später die Habilitation an der TH Braunschweig sowie 1953 die Ernennung zum apl. Professor.

Auch nach dem Krieg setzte Erich Krautz seine Tätigkeit für OSRAM fort: Er war maßgeblich am Aufbau der Forschungslaboratorien für Physik und Chemie in Augsburg beteiligt, deren Direktor er 1955 wurde. Weitere bemerkenswerte Stationen und Ereignisse: Silbermedaille für einen Beitrag über Lumineszenz auf der Weltausstellung in Brüssel (1958), Vorsitzender der Physikalischen Gesellschaft in Bayern (1960-61), apl. Professor an der TH München (1962), o. Prof. für Angewandte Physik und Lichttechnik an der TH Graz (1965), Emeritierung (1977). Insbesondere war es seine Aufgabe an der TH Graz, unter schwierigen Bedingungen ein vollkommen neues Institut aufzubauen, wobei er sich auf dem Gebiet der Materialphysik mit Vorliebe den Metalloxiden, -nitriden und -karbiden widmete. Seine besondere Liebe gehörte aber stets der Feldionen-Mikroskopie. Für seine hohen Verdienste wurde Professor Erich Krautz 1980 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse verliehen.

Einige Jahre vor seinem Tode verließ Erich Krautz schweren Herzens Graz und kehrte in die Nähe seiner ehemaligen Wirkungsstätte Augsburg zurück. Professor Krautz war ein stiller Freund des Instituts für Physik. Erst nach seinem Tod haben wir von seiner großzügigen Zuwendung für das Institut für Physik erfahren. Es war charakteristisch für Erich Krautz, dass er ‒ im Alter von 95 Jahren! ‒ sogar das Verfahren der Preisvergabe detailliert festlegte.

Prof. Dr. Ulrich Eckern
Vorsitzender der Auswahlkommission (2007-2008)